Premiere nur für Jungs: Geocaching im Harz

VON LUTZ HILKEN
SELSINGEN. Raus aus dem Alltag, rein in die Natur: Einen dreitägigen Ausflug in den Harz zwecks digitaler Schatzsuche erlebten 14 Jungs aus der Oberschule Selsingen mit ihrer offenen Lerngruppe (OLG) im Rahmen der Ganztagsbeschulung. Mit dem Didaktischen Leiter Timo Brokmann und dem Sozialarbeiter Julian Tewes waren die Jugendlichen in Goslar und unternahmen anstrengende, jedoch teamfördernde Geocaching-Wanderungen durch eine streckenweise unwegsame Winterlandschaft.

Wind und Wetterfest

Der Ausflug krönte das Ganztagsangebot, das sich ausschließlich an Jungen richtete. Die erstmals angebotene OLG stieß von Anfang an auf eine gute Resonanz. Relativ schnell war eine Gruppe von 14 Jugendlichen gefunden. Die Idee war, das  Geocachen und Wandern miteinander zu verbinden – Technik und Fitness. Die Gruppe selbst füllte das Angebot mit Leben, die Jungs entschieden sich für einen Ausflug in den Harz und erarbeiteten vorab Programm und Wanderrouten. Motto: Was  können wir? Was wollen wir? Wo wollen wir hin? Wind- und wetterfest „Hierbei ging es nicht darum, eine teure Klassenfahrt zu installieren“, betont Julian Tewes, sondern einen günstigen Ausflug, der jedem die Teilnahme ermöglicht. Die Tour ist  gemeinsam akribisch vorbereitet worden, führte in eine Jugendherberge in Goslar. Wegen des Winters galt es für alle, sich entsprechend logistisch windund wetterfest auszustatten.

Probeweise absolvierten die Schüler vor dem Ausflug eine Geocach- Wanderung in Selsingen, um gemeinsam auszuprobieren, wie das Geocachen mit Koordinatensystem und GPS-Geräten beziehungsweise Smartphone- Apps funktioniert, um ans Ziel zu gelangen. So folgte nach der Theorie die Praxis. Mit An- und Abreise war die Gruppe schließlich drei Tage unterwegs, unternahm im Harz am ersten Tag bei frostigen Temperaturen und Sonnenschein eine gut neun Kilometer lange Wanderung und absolvierte am zweiten Tag eine gut 14 Kilometer lange Strecke, etwas kürzer als geplant, mit 210  Metern Höhenunterschied im Schnee – eine strapaziöse Erfahrung, die manchen der Schüler an seine Grenzen brachte.

Vor allem eine heftige Steigung stellte die Schüler vor Probleme. „Das war echt hart und hat kein Ende genommen“, schildern Luka Korte und Falk Rosenstengel, Teilnehmer des Ausflugs. Andererseits: „Das ist mal etwas anderes, das macht man nicht täglich“, so die Neuntklässler über die OLG.

In der Gruppe seien „die richtigen Leute“ dabei gewesen, es habe einfach Spaß gemacht.  Alle haben sich gegenseitig geholfen.“ Viele Caches seien gefunden worden. In dem Frost seien sogar außen mitgeführte Getränke fast gefroren und ein gefrorener Apfel quasi wie ein Eis gelutscht worden, sagen die Schüler lachend. „Hat aber  geschmeckt.“

Julian Tewes: Sich an die Grenzen zu bringen, sei für Jungs ein starkes Thema – in unterschiedlichen Lebenssituationen. Dank fitter Teilnehmer sei die Wintertour im Harz kein Leidensweg gewesen. „Niemand hat aufgegeben“, lobt auch Timo  Brokmann. „Die Jungs hätten gerne noch einen Tag drangehängt.“