SELSINGEN. Mit einem fröhlichen „Bonjour“ begrüßt Guilhem Arnould am Dienstagmorgen eine Runde mit Selsinger Oberschülern. Der Referent des „France-Mobil“ präsentiert eine Unterrichtsstunde in Französisch. Die fällt mit spielerischen Elementen kurzweilig aus und soll Lust auf die Sprache machen.

Hintergrund: Fünftklässler haben die Chance, ab Klasse 6 neben Englisch eine zweite Fremdsprache zu wählen: Spanisch oder Französisch. Mit dem Besuch des „France-Mobil“ wollen die Initiatoren die Neugier der Kinder auf den Französisch-Unterricht wecken. „Je m’apelle Guilhem“, stellt sich der Gast den anfangs noch schüchtern wirkenden Schülern vor. Er stammt aus Le Mans in Frankreich und lebt jetzt in Bremen. Der 26-Jährige lässt sein Alter schätzen und erzählt, dass er Fußball mag.
Dann stellt er französische Musik an und animiert die Mädchen und Jungen dazu, einen großen Schaumstoff-Würfel durch  die Runde zu geben. Stoppt die Musik, darf der Schüler, der ihn gerade in der Hand hat, einen einfachen französischen Satz  nachsprechen. Das klappt erstaunlich gut.

Guilhem Arnould zeigt in einem weiteren Spiel jede Menge Bilder mit Gegenständen, deren deutsche Namen sich von den französischen Begriffen kaum oder gar nicht unterscheiden – außer in der Aussprache. Sei es das Restaurant oder der Bus, sei es der Fotoapparat oder das Motorrad, sei es das Krokodil oder das Telefon. So gilt es für die in zwei Gruppen namens Baguette und Croissant aufgeteilten Gruppen, Begriffe anhand von Pantomimen oder Zeichnungen an der Tafel zu erraten. Auch das klappt bestens und langsam legen die Kinder ihre Scheu ab, trauen sich etwas.

Schnell ist die Unterrichtsstunde vorbei und der Franzose fragt: „War es zu einfach?“ Das vielleicht nicht, aber selbst wer über absolut keine Französisch-Kenntnisse verfügt, hat viel verstanden, das ist deutlich. Denn viele deutsche und französische Wörter ähneln sich, klingen nur anders. Sodann dürfen die Schüler Fragen an ihren Gast-Lehrer stellen. „Wie finden Sie Frankreich?“ Guilhem Arnould antwortet, es sei ein schönes Land, aber auch groß und anstrengend. Das Leben dort unterscheide sich nicht so sehr vom Leben in Deutschland. Eines aber vermisse er hier: das französische Essen. Auch wenn
sein Leibgericht – Nudeln – gar nicht typisch Französisch ist. „Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht“, schließt er die Runde und erhält viel Applaus. Das freut ihn. Mit einem freundlichen „Merci“ entlässt er die Oberschüler aus dem Unterricht.