Der 10. Jahrgang hat an zwei Tagen (05. & 07. 09.16) im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Lagergedenkstätte in Sandbostel besucht. Dabei ging es in einem Teil des ehemaligen Speisesaalgebäudes hoch her. Mit großem Krafteinsatz wurde Ton geschlagen und in Ziegelform gebracht. Dies war nötig, da die Schüler am sogenannten „Namenziegelprojekt“ teilnahmen. Dabei werden für die ca. 5.000 bekannten Opfer des Stalag XB Sandbostel kleine Tonziegelplatten mit Namen, Geburts- und Todesdatum hergestellt, die auf dem Sandbostler Friedhof den Toten einen Namen und den Angehörigen einen Platz zum Trauern geben. Dazu erhielten die Schüler Originalkarteikarten von inhaftierten Kriegsgefangenen der Jahre 1939 bis 1945. Mit diesem Dokument ging es auf erste Spurensuche nach den persönlichen Daten der ehemaligen Gefangenen. Unter Anleitung der Gedenkstättenmitarbeiter erhielten die Schüler die Gelegenheit, die Daten der Opfer in den selbst hergestellten Ziegelrohling zu schreiben. Die entstandenen Ziegel werden noch dieses Jahr in der Ziegelei gebrannt. Ab dem 29. April 2017 sind die Namenstafeln an ihrem Bestimmungsort zu sehen.

Im anderen Teil des Besuchs der Gedenkstätte erhielten die Schüler Informationen zur Geschichte des historisch vielseitig genutzten Geländes in Sandbostel. Auf einem Rundgang erfuhren die Schüler etwas über den unterschiedlichen Umgang mit Häftlingen zur Zeit des Nationalsozialismus und deren Lebensbedingungen. Besonders beeindruckend waren dabei die Enge in den Baracken und die unvorstellbaren Hygieneverhältnisse. Aber auch die Nutzung als Flüchtlingslager nach Kriegsende 1945 und der Umbau zu einem Zufluchtsort für geflohene männliche Jugendliche aus der ehemaligen DDR ab 1952 wurden den Schülern nahegebracht.